StVZO vs. EG-Zulassung

  • Es gibt in diesem Forum einen älteren Thread, in dem verschiedene Leute stolz ihre zusätzlichen Brems- und Rückleuchten am Topcase zeigen. Meines Wissens sind die aber in Deutschland nicht zugelassen, also habe ich mal recherchiert.

    Es ist richtig, dass in D nur ein Bremslicht erlaubt ist, und 1 bis 2 Schlußleuchten sind zulässig. Da der AN650 derer schon zwei hat, wären zusätzliche also auch nicht erlaubt.

    ABER, seht mal hier, aus einem PDF des TÜV Süd:



    Da gibt es Unterschiede zwischen StVZO und EG-Zulassung. Nach EG sind z.B. 2 Bremsleuchten zulässig. Beim recherchieren, was eigentlich eine EG-Zulassung ist, bin ich zu der Erkenntnis gelangt (was nicht stimmen muss), dass dies eine Art Teile-ABE ist, die dann EU-weit gilt.

    Also wären 2 Bremsleuchten auch in D zulässig. Ist das richtig oder nicht?

  • Hi,


    sei mir nicht böse. Echt toll was Du da recherchiert hast !


    Aber es ist mir völlig Wurst, ob ich es darf oder nicht.....


    Ich baue es einfach an !!!


    Es ist meiner Sicherheit förderlich, wenn mich die hinter mir Fahrenden sehen.

    Und die auch sehen wenn ich Bremse.


    Was aber wichtig ist:

    1.) Keine "unzulässigen" Farbspiel während der Fahrt.

    2.) Nicht übertreiben (keine 12 Bremsleuchten)

    3.) Keine anderen Verkehrsteilnehmer blenden......


    Kikaha


    PS: Es besteht auch ein Himmelweiter Unterschied zwischen dem was "zulässig" ist,

    und dem was die Rennleitung toleriert, weil es deiner Sicherheit dient.


    PPS: Mich hat schon ein Polizist gefragt ob das bei seiner GoldWing auch so ginge......und ob ich ihm......

    Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Dummköpfen umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.

  • Warum sollte ich dir böse sein? War mir doch sowieso klar, dass ihr das ignoriert :), aber ich möchte schon wissen, ob ich dann lieber ohne Topcase zum TÜV fahre.

    Das Thema StVZO oder EG-Zulassung betrifft ja nicht nur Bremsleuchten, sondern viele Teile bzw. Umbauten. Da hätte ich halt gern mal genau gewußt, wie die Rechtslage ist. was ich dann hinterher mache, ist eine andere Sache...

    Das ist genau wie bei meinem Rücklicht am Rennrad: Da ist eine helle LED-Rückleuchte dran, die 3 Modi hat: konstant an, Lauflicht, oder blinkend. Die beiden letzten sind in D auch nicht erlaubt, das ist mir aber wurscht, weil es gerade beim Rennrad auf das Gesehenwerden ankommt.

  • Der Stephan hat leicht qaken, er fährt mit seinem Burgi nicht zum TÜV oder sonst wo hin. und das schon länger nicht. Sein Burgi steht nur in der Garage zum anbauen irgendwelcher LED. Ansonsten ist er ein ganz lieber, mit Macken genau wie ich oder sonst wer. Darum bin ich auch der gleichen Meinung wie er, was zusätzliche Beleuchtung angeht. Zum Tüv würde ich aber ohne Topase fahren, oder so wie ich, ich trenne einfach die zum Plussleitung zum Topcase und dan zum TÜV, und gut ist.

  • Mein TC hat auch ein Bremslicht, beim TÜV bleibt es dran. Die zusätzlichen Seitenleuchten kann ich ja auch nicht eben mal abbauen, die sind verklebt. Solange man nicht übertreibt und die Farben stimmen, werden die wenigsten TÜV-Prüfer was dagegen haben...

  • Dann sei aber darauf gefasst, dass bei einem evtl. Unfall (an dem Du nicht mal Schuld haben musst), der Unfallgegner auf die unzulässigen Anbauten hinweist und evtl. Deine Betriebserlaubnis und Deine Versicherung erlöschen. Dann sieht das Ganze nämlich ziemlich düster für Dich aus...

  • Dann sei aber darauf gefasst, dass bei einem evtl. Unfall (an dem Du nicht mal Schuld haben musst), der Unfallgegner auf die unzulässigen Anbauten hinweist und evtl. Deine Betriebserlaubnis und Deine Versicherung erlöschen. Dann sieht das Ganze nämlich ziemlich düster für Dich aus...

    Aber auch nur dann, wenn wenigstens ansatzweise dieser unzulässige Anbau Einfluss auf den Unfall gehabt haben könnte. Sonst haut einen jeder mittelmässige Anwalt da wieder raus.

  • Wenn Ihr euch da mal nicht täuscht, bei Umbauten an der Beleuchtungsanlage, insbesondere beim Bremslicht mit Bauteilen, die keine Zulassung besitzen, wird wohl regelmäßig davon auszugehen sein, dass eine Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist und damit erlischt dann die Betriebserlaubnis nach STVZO § 19. Das hat erst mal gar nichts mit der Unfallursache oder der Schuldfrage zu tun. Die Versicherung wird daraufhin einfach nicht zahlen und das kann ganz schön teuer werden...


    Im Endeffekt muss natürlich jeder wissen was er tut, aber man sollte sich der Gefahr schon bewusst sein. Ich hab jedenfalls alle LED Spielereien, die der Vorbesitzer meiner Burgi angebaut hatte, wieder entfernt.


    Viele Grüße

    Carsten

  • Wenn Ihr euch da mal nicht täuscht, bei Umbauten an der Beleuchtungsanlage, insbesondere beim Bremslicht mit Bauteilen, die keine Zulassung besitzen, wird wohl regelmäßig davon auszugehen sein, dass eine Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist und damit erlischt dann die Betriebserlaubnis nach STVZO § 19. Das hat erst mal gar nichts mit der Unfallursache oder der Schuldfrage zu tun. Die Versicherung wird daraufhin einfach nicht zahlen und das kann ganz schön teuer werden...

    Also, Carsten, der § 19 Abs 2 der StVZO:


    (2) Die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs bleibt, wenn sie nicht ausdrücklich entzogen wird, bis zu seiner endgültigen Außerbetriebsetzung wirksam. Sie erlischt, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die

    1.die in der Betriebserlaubnis genehmigte Fahrzeugart geändert wird,
    2.eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist oder
    3.das Abgas- oder Geräuschverhalten verschlechtert wird.


    Die Punkte 1 und 3 können wir in diesem Fall ausschließen. Und dass bei zusätzlichen Bremslichtern eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer entsteht, das kannst du ja wohl nicht ernst meinen. Der Unterpunkt 2 zielt auf Dinge, wie z.B. Tuning ohne TÜV-Abnahme, weil bei gesteigerter Leistung auch die anderen Fahrzeugparameter (Bremsen, Federung etc.) angepasst werden müssen. Oder auf die Kalaschnikov auf der Kühlerhaube.

    dumdidum.png

  • Kopieren kann ich auch.


    Grundsätzlich gilt allerdings: Jede Veränderung an den Scheinwerfern und anderen mit E-Nummern versehenen Kfz-Bauteilen führt automatisch zum Erlöschen der Bauartgenehmigung – zunächst des Bauteils und mit ihm auch des gesamten Fahrzeugs. Auch dann, wenn Sie Ihre Scheinwerfer mit Klarlack lackieren.

    Es ist dabei unerheblich, ob Sie die Scheinwerfer schwarz lackieren, von innen oder außen mit Klarlack versehen, auch um sie vor neuen Schäden zu bewahren: Die eingebauten Beleuchtungseinrichtungen dürfen nicht verändert werden, in welcher Form auch immer, sonst verlieren sie die Zulassung.

    Eine Ausnahme kann dann gegeben sein, wenn Sie Schein- und/oder Rückleuten mit Klarlack lackieren, um deren Funktion zu verbessern. Dies ist jedoch nur dann zulässig, wenn die entsprechenden Veränderungen beim TÜV vorgeführt und abgesegnet werden. Es ist also stets angeraten, vor jeder Veränderung Rücksprache mit den Experten zu halten, inwiefern die Abnahme wahrscheinlich ist.


    Die zulässigen Leuchtenfarben sind in § 49a StVZO fest definiert: Danach dürfen die Beleuchtungseinrichtungen nach vorne nur weißes, nach hinten nur rotes (Ausnahme Rückfahrscheinwerfer) und zur Seite nur gelbes Licht abstrahlen. Alle anderen Farben sind damit tabu!


    Und das gehört auch zum §19 also nicht nur das raus suchen was einem passt.


    Doch von der strengen Vorgabe „Betriebserlaubnis erloschen“
    gibt es eine Ausnahme, die das Umrüsten in vielen Fällen erleichtert:
    Sollen Teile nachträglich montiert werden und haben
    sie ein passendes Zertifikat, bleibt die Betriebserlaubnis für das
    Fahrzeug erhalten. Aber Achtung – diese Erleichterung kann an
    die Bedingung geknüpft sein, dass TÜV SÜD oder sonst eine
    autorisierte Prüforganisation den Ein- bzw. Anbau sofort nach
    der Montage abnimmt.
    Ob eine Begutachtung erforderlich ist, muss aus dem Zertifikat
    zu entnehmen sein, das dem Teil beigegeben ist. Dort muss auch
    vermerkt sein, für welche Fahrzeugtypen das Teil geeignet ist
    und welche Vorgaben bei der Montage zu beachten sind.


    Schöne Grüße vom Nord-Östlichen Ausläufer der Eifel
    Siggi



    Das einzige was Gerecht verteilt ist auf der Welt, ist Gehirn.Weil jeder denkt Er hat genug davon.

  • Der Gesetzgeber verlangt, dass alle lichttechnischen Einrichtungen jederzeit funktionieren. Lichttechnische Einrichtungen sind Scheinwerfer, Leuchten, Rückstrahler und andere Reflektoren.

    Für deren Anbau gelten sowohl nationale Vorschriften der StVZO §§ 49a - 54 und 60, als auch harmonisierte Vorschriften der EU bzw. Regelungen der ECE („Economic Commission for Europe"):

    • 76/756/EWG für Kraftfahrzeuge und Anhänger
    • 78/933/EWG für lof Zugmaschinen
    • 93/92/EWG für zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge
    • ECE-R 48 für Kraftfahrzeuge und Anhänger
    • ECE-R 53 für Krafträder.

    Schöne Grüße vom Nord-Östlichen Ausläufer der Eifel
    Siggi



    Das einzige was Gerecht verteilt ist auf der Welt, ist Gehirn.Weil jeder denkt Er hat genug davon.

  • Die zusätzlich montierten Leuchten müßen "Ursächlich" für den Unfall verantwortlich sein !!!!


    DANN kann die Versicherung sagen: Nein, wir zahlen nicht.........



    KIkaha


    Falls Du es nicht glaubst: Frag deinen Anwalt !

    Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Dummköpfen umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.

  • Dann sei aber darauf gefasst, dass bei einem evtl. Unfall (an dem Du nicht mal Schuld haben musst), der Unfallgegner auf die unzulässigen Anbauten hinweist und evtl. Deine Betriebserlaubnis und Deine Versicherung erlöschen. Dann sieht das Ganze nämlich ziemlich düster für Dich aus...

    Blödsinn hoch 3.


    Siehe Oben !


    Kikaha

    Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Dummköpfen umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.

  • Ich hatte an meinem 400er auch ein zusätzliches Bremslicht am Topcase dran, und werde das auch noch am 650 nachrüsten. Ich hatte am 400er ein Bremsrücklicht mit E-Prüfzeichen. Der Tipp kam von meinem Sohn der KFZ-Elektrikermeister ist. Damit kann uns eigentlich nichts passieren.

    Klar, wenn es vor Gericht geht um einen Unfallursache zu klären, könnte auch das so gedreht werden das ich eine Mitschuld bekomme. Wer glaubt das die Gerichte heute nach Recht und Ordnung entscheiden, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Das habe ich selber in einer ganz anderen Sache am eigenen Leib erfahren müssen.

    ..... und die Moral von der Geschicht??
    Siehst Du meinen Roller - versieh Dich nicht !!!!
    Gruß Burgjan (Johann)